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Sorbas - West Side Theatre Darmstadt

WEST SIDE THEATRE
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#SORBAS_2.0
Mit allen Sinnen ins Leben greifen

nach dem Roman "ALEXIS SORBA" von Nikos Kazantzakis
Szenische Lesung mit Livemusik

Ein Schriftgelehrter, nennen wir ihn Nikos, der sich intensiv mit der Lehre Buddhas beschäftigt, seine Ansichten über ein Lebensideal jedoch eher aus Büchern und Denken im stillen Kämmerlein gewonnen hat, macht sich auf den Weg, der "Tintenkleckserei zu entsagen" und sich dem "tätigen Leben" zu widmen. Er pachtet auf Kreta ein aufgelassenes Braunkohlenbergwerk, um unter einfachen Bauern und Arbeitern wieder Mensch zu werden.

„Bisher liebe Seele hast du, um satt zu werden, nur die Haut geschmeckt. Von jetzt an führe ich dich an das Fleisch“.   

Gleich zu Anfang seiner Reise lernt er Alexis Sorbas in einer Hafenkneipe kennen, einen Mazedonier in den Sechzigern, der alle Berufe kennt, die man mit "Fuß, Hand und Kopf" ausüben kann. Sie einigen sich und er begleitet ihn nun und wird ihm zum Lehrer.
Mit ihm zerbröseln Stück für Stück die romantisch, verklärten Vorstellungen des Suchenden, eine Art Kommune zu organisieren, mit Arbeit für alle, gleichem Essen und gleicher Kleidung, mit einem gemeinsamen Einkommen, als wären sie Brüder. Eine Art von neuem, religiösen Orden sollte entstehen, der Sauerteig für ein neues, besseres Zusammenleben aller Menschen. Doch sein Weg der Erkenntnis schlägt eine ganz andere Richtung ein, als geplant.

SORBAS
Entschuldige, Chef, aber ich glaube, dass bei dir eine Schraube los ist. Wie alt bist du eigentlich?
Fünfunddreißig? So? Ja, dann bist du ein hoffnungsloser Fall.

NIKOS
Aber, Sorbas, Glaubst du nicht an den Menschen?

SORBAS
Der Mensch ist ein Viech. Ein großes Viech. Euer Hochwohlgeboren haben davon keine Ahnung, alles hat in deinem Leben geklappt.
Aber frage mich nicht! Ein Viech, sage ich dir, ist der Mensch.

NIKOS
Ja, glaubst du denn an gar nichts?

SORBAS
Nein, ich glaube an nichts, an nichts und an niemand. Ich glaube nur an Sorbas. Nicht etwa, weil Sorbas vielleicht besser ist als die anderen, davon ist keine Rede. Auch er ist ein Viech. Ich glaube an Sorbas, denn nur ihn habe ich in meiner Gewalt, nur ihn kenne ich, alle anderen sind für mich Gespenster. Mit seinen Augen sehe ich, mit seinen Ohren höre ich, mit seinen Gedärmen verdaue ich. Wenn ich sterbe, stirbt alles. Die ganze sorbasische Welt versinkt im Nichts. Da ist nichts zu machen, mein Lieber! Es ist so. Bohnen habe ich gegessen, von Bohnen rede ich, Sorbas bin ich, wie Sorbas rede ich.


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Peter Jährling:
Die rasante Entwicklung, in die der Roman hineingeboren wurde, überrannte förmlich die darin dargestellte Welt.
Und heute, nach achtzig Jahren, kann man nur sehr vorsichtig mit dem Stoff umgehen, um nicht nostalgisch - rührselige Folklore abzuliefern.

Mit
Peter H. Jährling: Schauspiel
Musik
Musikalische Leitung: Marijke Jährling
Buch und Regie: Peter H. Jährling

Lesungsrechte liegen bei dem Rowohlt Verlag
Mit freundlicher Unterstützung des Kulturamtes Darmstadt
Nikos Kazantzakis
wurde 1883 in Iraklio auf Kreta geboren.  Als Sohn eines Kaufmanns wuchs er in der Stadt Megalo Kastro, dem heutigen Iraklio, im damals osmanisch besetzten Kreta auf. Sein Vater kämpfte gegen die türkischen Besatzer, seine Mutter stammte  aus einer Familie von Bauern.
Kazantzakis hat sich in seinem Leben für viele Ideale leidenschaftlich  eingesetzt. Doch schließlich sagte er selbst: „Ich war ein Küfer, ein Anwalt der Katharévousa, ein Nationalist, ein Anwalt der Dimotikí, ein Intellektueller, ein Poet, ein religiöser Fanatiker, ein Atheist, ein Ästhet – und nichts davon kann mich je wieder täuschen.“
Nikos Kazatzakis war einer der bedeutendsten griechischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts.
Er starb 1957 in Freiburg im Breisgau. Wegen seiner unorthodoxen Ansichten wurde ihm die Bestattung auf einem kirchlichen Kirchhof verweigert.

Die von ihm selbst gewählte Grabinschrift lautet:
„Ich erhoffe nichts. Ich fürchte nichts. Ich bin frei.“
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☎: 0049 -15 22 15 50 385
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